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GLORIARMS Research

G7 Langfristzinsen · 2020–2026

Staatsanleiherenditen mit 2, 5, 10 und 30 Jahren Laufzeit für die G7-Länder – Quartalsdurchschnitte seit 2020, aktuelle Stände, Spread-Analysen und Ausblick.

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2026

Aktueller Überblick (Ende Juni 2026)

Spotrenditen, 12-Monats-Trend sowie zwei Spreads: Kurvensteilheit und Abstand zur Geldpolitik. Alle Spreads in Basispunkten mit Vorzeichen. Spaltenüberschrift anklicken zum Sortieren.

Lesehilfe: „Δ 10J 12 Mon.“ = Veränderung der 10J-Rendite gegenüber Vorjahr (+ = Zinsen gestiegen). „Steilheit 30J−10J“ = Renditeaufschlag des sehr langen Endes gegenüber der 10J-Benchmark; er kann auf höhere Laufzeitprämien, Fiskalrisiken, Inflationserwartungen oder technische Angebots-/Nachfragefaktoren hindeuten. „10J minus Leitzins“ = Abstand zur aktuellen Geldpolitik. Ein negativer Wert kann auf erwartete Zinssenkungen hindeuten; ein deutlich positiver Wert kann höhere Risikoprämien, Inflationserwartungen oder erwartete Zinserhöhungen widerspiegeln. Für Deutschland, Frankreich und Italien wird als Leitzins der EZB-Einlagensatz verwendet.
Die 10-Jahres-Rendite im langen Bild

Jahresdurchschnitte der 10-jährigen Staatsanleiherenditen seit 1991 – die einzige Laufzeit mit amtlicher, vergleichbarer Tiefe über alle G7. Mehrere Zinszyklen auf einen Blick: die hohen Niveaus der 1990er, der Fall bis 2008, die Null-/Negativzins-Ära der 2010er und die Zinswende ab 2022.

10-jährige Renditen seit 1991 (% p.a., Jahresdurchschnitt)

Quelle: OECD via FRED, Jahresdurchschnitte. Italien beginnt 1991 (Datenstart der Reihe). Über die Legende lassen sich Länder einzeln ein- und ausblenden.
Renditeverläufe seit 2020

Hinweis: Für Deutschland, Frankreich, Italien und UK sind die 5J- und 30J-Zeitreihen näherungsweise aus 10J-Daten und dokumentierten Laufzeiten-Spreads rekonstruiert (±10–15 bp); die 2J-Zeitreihen von UK, Frankreich, Italien und Japan sind aus Punktankern und Leitzinspfaden rekonstruiert (±10–25 bp). Die 10J-Reihen, alle US-/Kanada-Daten und sämtliche Spotwerte sind amtliche bzw. aktuelle Marktdaten. Details in der Methodik unten.

2-jährige Staatsanleihen (%)

Das kurze Ende gibt indikative Hinweise auf Leitzins- und Geldmarkterwartungen – für einzelne Länder sind die historischen 2J-Reihen näherungsweise rekonstruiert, Spotwerte sind aktuelle Marktdaten. UK liegt über der Bank Rate (eingepreiste Hike-Risiken plus Fiskal-/Laufzeitprämie), Japan bewegt sich im Einklang mit dem BoJ-Normalisierungspfad, die Euro-Renditen sprangen im März-Selloff 2026.

5-jährige Staatsanleihen (%)

Das mittlere Kurvensegment hängt stark an der Geldpolitik. Die Zinssenkungen 2024/25 drückten die 5J-Renditen – außer in Japan, wo die BoJ-Normalisierung sie weiter hebt.

10-jährige Staatsanleihen (%)

Die Benchmark-Laufzeit. Vom Nullzins-Extrem 2020 (Bund: −0,6 %) zur globalen Zinswende 2022. Seit 2025 driften die Märkte auseinander: Kanada bleibt vergleichsweise stabil, während Japan stark normalisiert.

30-jährige Staatsanleihen (%)

Am langen Ende zeigen sich Fiskal- und Inflationssorgen am deutlichsten. UK-Gilts auf dem höchsten Stand seit 1998, US-Treasuries nahe 5 %, japanische 30J auf bzw. nahe Rekordhochs.

12-Monats-Trend: Veränderung der Renditen (Basispunkte)

Aktuelle Spotrendite minus Stand vor einem Jahr. Zeigt, wo die Zinsen gerade steigen oder fallen: Japan mit dem stärksten Anstieg über alle Laufzeiten; die USA mit vergleichsweise moderaten Veränderungen am kurzen Ende.
Spreads & Geldpolitik

Kurvensteilheit: 10J minus 2J (Basispunkte)

Der klassische Konjunktur- und Geldpolitik-Indikator. 2022/23 invertierten die Kurven in den USA, Kanada und UK (restriktive Geldpolitik); seit 2024/25 sind sie wieder positiv – eine Reuters-Umfrage vom April 2026 erwartet weiteres Steepening Richtung ~85 bp in den USA.

10J-Spread gegenüber Bundesanleihen (Basispunkte)

Risikoprämie ausgewählter Euro-Länder gegenüber Deutschland – zentraler Risikoindikator der Eurozone. Über die Legende lassen sich Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland einzeln ein- und ausblenden. Auffällig: Portugal und Spanien handeln inzwischen enger als Frankreich, dessen Spread nach den Rating-Herabstufungen durch Fitch und S&P spürbar gestiegen ist; Griechenland liegt etwa auf Höhe Italiens.

Leitzins vs. 10J vs. 30J (aktuell, %)

Wo die Kurve relativ zum Leitzins liegt: In Japan, UK und Deutschland liegt das lange Ende deutlich über dem aktuellen Leitzins. Das reflektiert nicht nur geldpolitische Erwartungen, sondern vor allem Laufzeitprämien, Fiskalangebot, Inflationsrisiken und Angebots-/Nachfragefaktoren am langen Ende.
Credit Spreads (Unternehmensanleihen vs. Staatsanleihen)

Der Risikoaufschlag von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen (Option-Adjusted Spread, OAS) – das Maß für Ausfallrisiko und Risikobereitschaft. Organisiert nach Währungsraum (USD/EUR) und Rating (Investment Grade / High Yield), nicht nach einzelnen G7-Ländern.

Investment Grade OAS (Basispunkte)

Spread hochwertiger Unternehmensanleihen über Staatsanleihen. Deutlich sichtbar: der Covid-Schock 2020 und die Zinswende 2022. 2024/25 extrem eng (US unter 100 bp) – ein Zeichen hoher Risikobereitschaft und knapper Prämien.

High Yield OAS (Basispunkte)

Spread von Hochzinsanleihen (Rating unter Investment Grade). Viel volatiler: im Covid-Peak 2020 über 850 bp, 2022 erneut stark geweitet, zuletzt wieder eng (~260–280 bp) trotz erhöhter Zinsen.
Ausblick

Markt- und Bankprognosen für 10J-Renditen

Ausgewählte Prognosen und Konsensschätzungen – Umfrage-Mediane und Einzelhausmeinungen, siehe Spalte Quelle/Methodik.
MarktAktuellEnde 2026Quelle / MethodikStand
US-Treasury 10J4,41 %4,25–4,35 %Reuters-Umfrage (>50 Strategen, Median) / J.P. Morgan (Hausmeinung)Apr. 2026
Bund 10J2,93 %~3,25 %Goldman Sachs (Hausmeinung)Frühjahr 2026
Gilt 10J4,71 %~4,32 % (Spanne 3,9–4,75)Durchschnitt 9 InvestmentbankenFrühjahr 2026
JGB 10J2,63 %~2,25 %Capital Economics (Hausmeinung)Frühjahr 2026
BTP 10J3,67 %Spread-Einengung hält anMarktkonsens (qualitativ)Jun. 2026
Die Prognosen wurden überwiegend vor dem Energiepreisschock vom April/Mai 2026 erstellt – die Risiken lagen damit eher auf der Oberseite; die Entspannung der Ölpreise Mitte Juni 2026 mildert dieses Aufwärtsrisiko etwas und macht es zweiseitiger. Die Reuters-Umfrage (April 2026) erwartet zudem weiteres Kurven-Steepening: 10J−2J-Spread von ~50 auf ~85 Basispunkte binnen 12 Monaten. Einzelhausmeinungen wurden aus öffentlich zitierten Marktkommentaren bzw. Research-Zusammenfassungen im Frühjahr 2026 übernommen; genaue Publikationsstände können je nach Quelle abweichen.
Genannte Institute und Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Die Nennung dient ausschließlich der Quellenangabe und impliziert keine Verbindung zu oder Billigung durch diese Institute.

Die wichtigsten Treiber 2026

  • US-Fiskaldefizit: Hohe Treasury-Emissionen und fehlende Konsolidierung halten die Laufzeitprämie erhöht; die 30J-Rendite stieg zeitweise über 5,19 % – höchster Stand seit 2007.
  • Energiepreisschock / Geldpolitik: Der Nahost-Konflikt erhöht kurzfristige Inflationsrisiken und erschwert Zinssenkungen; die zuvor dominierenden Senkungserwartungen wurden deutlich zurückgedrängt. Mitte Juni 2026 gaben die Ölpreise allerdings nach (Brent von rund 97 auf etwa 90 US-Dollar) – nach Marktberichten (u.a. Reuters, 11.–12. Juni) auf Signale einer möglichen Deeskalation; dies milderte den Zinsdruck am langen Ende leicht und drückte die Euro- und UK-Renditen geringfügig. Die EZB hob den Einlagensatz am 11. Juni 2026 um 25 bp auf 2,25 % an (wirksam 17. Juni); die Bank of Canada beließ ihren Leitzins am 10. Juni bei 2,25 %. In der Woche darauf hielt die Fed am 17. Juni den Leitzins bei 3,50–3,75 % (Abstimmung 12:0), signalisierte aber über die Zinsprojektionen einen hawkisheren Kurs (Median für Ende 2026 von 3,4 auf 3,8 % angehoben, neun von 18 Mitgliedern erwarten 2026 noch Zinserhöhungen); die Bank of Japan erhöhte am 16. Juni um 25 bp auf 1,00 % (höchster Stand seit 1995); die Bank of England hielt am 18. Juni bei 3,75 % (7:2-Mehrheit). Insgesamt agieren die Notenbanken datenabhängiger und tendenziell hawkisher als zu Jahresbeginn.
  • BoJ-Normalisierung: Leitzins nach der Anhebung vom 16. Juni 2026 bei 1,00 % (höchster Stand seit 1995), der Markt preist für 2026 einen weiteren Normalisierungsschritt ein. Anleihekäufe seit 2024 deutlich zurückgeführt, der nächste Tapering-Plan wird im Juni überprüft; superlange JGB-Renditen auf Rekordhochs (30J ~3,8–3,9 %), während traditionelle Käufer (Lebensversicherer) ausfallen – erhöhte Volatilität am langen Ende.
  • Frankreich: Rating-Herabstufungen (u.a. S&P auf A+ im Okt. 2025), Defizit 5,4 % des BIP und steigende Zinsausgaben (2026: €59,3 Mrd. lt. Agence France Trésor; 2020: €36 Mrd.) belasten OATs. Der Abstand zu italienischen BTPs hat sich deutlich verringert – Italien handelt aber weiterhin mit einem Renditeaufschlag gegenüber Frankreich.
  • Deutsches Fiskalpaket: Haushalt 2026 mit ~€180 Mrd. Neuverschuldung inkl. Sondervermögen (Kernhaushalt ~€98 Mrd.); NATO-Verteidigungsquote 2026 nach Regierungsplanung rund 2,8 % des BIP, weiter steigend bis 2029. Das höhere Bund-Angebot spricht für ein strukturell höheres Renditeniveau als in der Negativzinsphase.
  • UK-Fiskalrisiko: Gilts mit ~4,8 % höchste 10J-Rendite der G7; 30J um 5,5 % nahe dem höchsten Stand seit 1998. Am langen Ende spiegeln sich Inflationsrisiken, Fiskalunsicherheit und hohe Duration-Prämien; das kurze Ende signalisiert Hike-Risiken, nicht nur reine Leitzinserwartungen.
  • Credit Spreads: Die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen sind 2024/25 historisch eng (US Investment Grade ~75 bp, US High Yield ~270 bp) – der Markt preist wenig Ausfallrisiko und hohe Risikobereitschaft ein. Eine deutliche Ausweitung wäre ein Frühwarnsignal für verschärfte Finanzierungsbedingungen.
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Langfristzinsen der G7: Staatsanleiherenditen, Zinsstrukturkurve und Zinsausblick für Finanzierung und Treasury

Die Renditen 2-, 5-, 10- und 30-jähriger Staatsanleihen der G7-Länder – US-Treasuries, kanadische Government Bonds, britische Gilts, deutsche Bundesanleihen, französische OATs, italienische BTPs und japanische JGBs – sind die Referenzzinsen der globalen Kapitalmärkte. Diese Seite dokumentiert die Zinsentwicklung seit 2020 als Zeitreihen: vom Nullzins- und Negativzinsumfeld über die Zinswende 2022 bis zu den aktuellen Renditeniveaus, dazu den Langfristzins-Vergleich der großen Industrieländer, die Kurvensteilheit (insbesondere die Spreads 10 Jahre minus 2 Jahre und 30 Jahre minus 10 Jahre), den Risikoaufschlag von Frankreich und Italien gegenüber Bundesanleihen sowie den Abstand der Kapitalmarktzinsen zu den Leitzinsen von Fed, EZB, Bank of England, Bank of Canada und Bank of Japan.

Für Finanzierungs-, Anlage- und Treasury-Entscheidungen liefern Langfristzinsen den zentralen Maßstab: Sie bestimmen Refinanzierungskosten von Staaten und Unternehmen, prägen Bauzinsen und Hypothekenzinsen, Pensionsverpflichtungen und die Bewertung von Anleiheportfolios. Ergänzend zeigen die Credit Spreads (Option-Adjusted Spreads von Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen) die Risikoprämie und die Finanzierungsbedingungen am Unternehmensanleihemarkt. Der Zinsausblick fasst Konsens- und Bankprognosen für die 10-jährigen Renditen 2026 und 2027 zusammen (u.a. Reuters-Umfragen, J.P. Morgan, Goldman Sachs, Capital Economics) und benennt die Treiber der Zinsentwicklung: Fiskaldefizite und Anleiheangebot, Laufzeitprämien, Inflationserwartungen und die Normalisierung der Bank of Japan. Datenquellen: Federal Reserve (H.15/FRED), Bank of Canada, japanisches Finanzministerium, OECD, Deutsche Bundesbank, Banque de France / Agence France Trésor, Banca d'Italia / MEF, UK Debt Management Office / Bank of England, Eurostat, ECB Data Portal; Stand Juni 2026.