Kurzantwort
Cash Flow at Risk (CFaR) ist der Betrag, um den die erwarteten operativen Cashflows eines Unternehmens in einem festgelegten Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit durch Marktbewegungen wie Wechselkurse höchstens sinken. Anders als der Value at Risk bezieht sich CFaR nicht auf den Marktwert eines Portfolios, sondern auf geplante Zahlungsströme. Bei mehreren Währungen hängt das Ergebnis stark von der Korrelation zwischen ihnen ab. In GLORIAnalytics misst Correlation Adjusted Ihr korrelationsbereinigtes FX-Portfoliorisiko. Für geplante Zahlungsströme liefert das eine szenariobasierte Sicht auf das FX-Cashflow-Risiko; Konten und Translationspositionen erweitern die Betrachtung.
Was Cash Flow at Risk misst
- Geplante Zahlungsströme — Forderungen, Verbindlichkeiten und Planumsätze in Fremdwährung, nicht der Bewertungsstand eines Handelsbuchs.
- Ein Planungshorizont — typischerweise Monate bis zum Ende des Budgetjahrs, passend zur Frage „Ist der Plan zu halten?“.
- Ein Konfidenzniveau — zum Beispiel 95 %: In 95 von 100 Fällen fällt die Abweichung nicht größer aus als der CFaR.
- Ein Betrag in Euro — eine Zahl, die Vorstand und Aufsichtsrat direkt mit Budget und Risikotragfähigkeit vergleichen können.
Cash Flow at Risk oder Value at Risk?
Beide Kennzahlen klingen ähnlich, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Für Sicherungsentscheidungen auf Basis erwarteter operativer Cashflows ist CFaR meist die unmittelbarere Kennzahl.
| Value at Risk (VaR) | Cash Flow at Risk (CFaR) | |
|---|---|---|
| Frage | Wie viel Marktwert kann ein Portfolio verlieren? | Um wie viel kann der geplante Cashflow verfehlt werden? |
| Basis | Bestehende Positionen, z. B. das Sicherungsbuch | Erwartete operative Zahlungsströme |
| Horizont | Kurz, oft 1 bis 10 Tage | Planungshorizont, oft Monate |
| Typischer Nutzer | Banken, Handel, Prüfer des Sicherungsbuchs | Corporate Treasury, CFO, Controlling |
Warum Korrelation über den CFaR entscheidet
Wer die Risiken seiner Währungen einfach addiert, unterstellt, dass sich im Ernstfall alle gleichzeitig in die ungünstige Richtung bewegen. Das ist das ungünstigste Referenzszenario: ganz ohne Ausgleich zwischen den Währungen. Gleichen sich Ihre Währungen teilweise aus, liegt das Portfoliorisiko darunter. Im illustrativen Beispiel unseres Whitepapers zur Korrelation beträgt dieser Diversifikationseffekt rund 53 %, in einer Stressphase schrumpft er auf rund 24 %.
Daraus folgen zwei Risiken in entgegengesetzte Richtungen: Wer die Einzelrisiken einfach addiert, sichert oft mehr ab, als das Risikoziel verlangt. Mit einer zu optimistischen Korrelation sichern Sie zu wenig ab, genau dann, wenn die Märkte kippen. Ein CFaR ist deshalb nur so belastbar wie seine Korrelationsannahme.
Correlation Adjusted: Ihr FX-Cashflow-Risiko im Portfolio
Für Ihre geplanten Zahlungsströme beantwortet Correlation Adjusted die Frage, die auch ein Cash Flow at Risk stellt: Um wie viel kann Ihr Plan durch Kursbewegungen verfehlt werden, über alle Währungen gerechnet und mit Korrelation. Konten und Translationspositionen erweitern die Sicht auf Ihr gesamtes FX-Portfolio. Der Unterschied zu einer statischen Rechnung liegt in den Zutaten.
| Statische, historisch kalibrierte Rechnung | Correlation Adjusted | |
|---|---|---|
| Umfang | Geplante Cashflows | Cashflows, Rechnungen, Fremdwährungskonten und Translationspositionen in einer Kennzahl |
| Marktdaten | Historische Zeitreihen, rückwärts geschaut | Aktuelle Markterwartungen aus marktgehandelten Daten, stündlich aktualisiert |
| Bewertung | Ein Kassakurs am Stichtag | Terminkurs je Fälligkeit, Risiko bis zum jeweiligen Zahlungstag |
| Richtung | Symmetrische Bandbreite | Stärkerer und schwächerer Euro getrennt ausgewiesen |
| Korrelation | Einmal kalibriert | Täglich neu berechnet |
| Referenz | Nicht sichtbar | Peak Risk ohne Ausgleich steht immer daneben |
- Peak Risk — das ungünstigste Ergebnis innerhalb der fünf betrachteten Marktszenarien – ohne Ausgleich zwischen den Währungen.
- Correlation Adjusted — dieselbe Position, gerechnet mit dem aktuellen Zusammenspiel Ihrer Währungen.
- Beides nebeneinander — Sie entscheiden auf Basis des korrelationsbereinigten Risikos, ohne das Referenzszenario ohne Ausgleich aus dem Blick zu verlieren.
- Ihre Beträge, wie sie im System stehen — Correlation Adjusted misst das Kursrisiko auf Ihre gebuchten und geplanten Beträge. Die Unsicherheit der Planmengen selbst ist nicht Teil der Kennzahl.
Was Sie damit entscheiden
- Wie viel Sie absichern: so viel, wie Ihr Risikoziel verlangt. Mehr dazu unter korrelationsgesteuertes Hedging.
- Wo Sie absichern: in den Währungen, die das Gesamtrisiko am stärksten senken, nicht überall ein bisschen.
- Was es kostet: weniger unnötiges Hedge-Volumen senkt volumenabhängige Transaktionskosten und gegebenenfalls Optionsprämien. Mehr dazu unter Hedging-Kosten.